Zwischen Historie, Gegenwart und Zukunft: London und seine Gebäude

London ist eine großartige Stadt für einen Kurztrip. Die kulturellen Angebote sind unüberschaubar groß, die Stadt hat viele sehenswerte Parks zu bieten und Architekten aus aller Welt geben sich in der Metropole an der Themse buchstäblich die Klinke in die Hand. Big Ben, Buckingham Palace, die Tate Gallery of Modern Art und die anderen berühmten Top-Attraktionen in London kennt wohl fast jeder. 

London- Panorama
Quelle: pixabay.com © Unsplash

Doch London hat noch viel mehr zu bieten. Moderne Gebäudekomplexe wechseln sich mit historischen Stadtvillen und restaurierten Immobilien ab. Dieser Beitrag stellt 2 beeindruckende Gebäude vor, gibt Tipps zu alternativen Stadtführungen und schlägt einen Bogen zwischen damals und heute.

Rund wie ein Wurm: Einkaufsmeile an der Wharf

Die Canary Wharf hat eine wahre Metamorphose hinter sich gebracht. Angesiedelt auf der Isle of Dog, eine Halbinsel, die in die Themse hineinragt, war sie einst das pulsierende Herz Londons für den Handel von Waren aller Art mit den Kanarischen Inseln. Daher rührt der unverwechselbare Name.

Doch der Handel riss in den Wirren des zweiten Weltkriegs ab und die Docklands verfielen mehr und mehr. Rund 35 Jahre lang war die Isle of Dogs sich selbst überlassen. Dann griff der Staat ein und belebte den Standort neu. Leichtindustrie und TV-Produktionsfirmen siedelten sich an. Und bereits 1984 nahm das Finanzunternehmen Credit Suisse die Dogs ins Visier. Der Plan war, aus den ehemaligen Docks von London ein Finanzzentrum zu machen. Der große Wurf ist einige Jahrzehnte später gelungen.

Heute finden sich viele wichtige Finanzunternehmen an der Canary Wharf. Der Ort gehört zu den wichtigsten Finanzplätzen in Großbritannien. Beratungsunternehmen und weitere Medienfirmen sowie eine Vielzahl unterschiedlicher Einzelhandelsgeschäfte formieren sich zu einer sehr beliebten Einkaufsmeile. Kennzeichnende Gebäude an der Canary Wharf sind diese:
•    Die Bürotürme One Kanada Square, Citigroup Center und HSBC Tower. Sie gehören zu den höchsten Gebäuden in Großbritannien
•    Heimlicher Star der Canary Wharf ist die Überdachung der Einkaufspassage mit vielen Restaurants und Geschäften. Wie ein Wurm, der sich aus dem Erdboden nach oben gearbeitet hat, wölbt sich das Dach mit der reptilienähnlichen Struktur über mehrere Etagen. Tief unter dem Gebäude entsteht eine neue U-Bahn-Station und oben auf dem Dach genießen bereits heute Besucher und Bewohner der Stadt bei einer Tasse Kaffee den Anblick der drei Bürotürme gegenüber.

Damals hätte sich in den Docks der Canary Wharf wohl niemand träumen lassen, dass wir heute bereits mithilfe eines Smartphones in Sekundenschnelle zu den Kanarischen Inseln surfen können und der Handel sich grundlegend gewandelt hat.

Hippodrome Casino

Ein gutes Stück über 100 Jahre alt ist das Hippodrome Casino. Es befindet sich in der City auf Westminster. Seine eigentliche Bestimmung war es, Zirkus- und Varieté-Veranstaltungen eine attraktive Bühne zu bieten. Im Hippodrome gab es einst ein enorm großes Becken. Es fasst um die 378.000 Liter und war der halböffentliche Swimmingpool von Polarbären und Seelöwen. Um 1912 etablierte sich im Varieté die Darstellung von Revuen und Burlesque Shows, die bis heute Teil des Veranstaltungsangebots sind. Zirkusvorstellungen traten hingegen immer weiter in den Hintergrund. Auch Ballettaufführungen und andere klassische Vorstellungen fanden im Hippodrom den richtigen Rahmen. Das Ballettstück „Schwanensee“ von Tschaikowski erlebte im Hippodrome 1910 die allererste Premiere in London. Mit Ansiedlung der Medien in der Stadt veränderte sich das Angebot. Der legendäre „Talk of the Town“ wurde von hier gesendet und Künstler und Stars wie Shirley Bassey, Judy Garland oder The Jackson 5 erreichten über die Show ein Millionenpublikum.

Geld für die Erhaltung des Gebäudes investierte indes kaum jemand. Erst 2009 nahmen Simon und Jimmy Thomas als Besitzer rund 40 Millionen £ in die Hand und unterzogen das Gebäude einer architektonischen Frischzellenkur. Dabei legten sie Wert darauf, den ursprünglichen Charakter zu erhalten und gleichzeitig eine Adaption an die heutigen Anforderungen des modernen Entertainments zu erreichen. Zum Einsatz kam dabei übrigens auch ein Meister des Feng-Shui, der das Gebäude eigenen Angaben zufolge „luckier for owner and visitor“ machen wollte. Und das ist ihm auch gelungen.

Spielen im Hippdrome
Quelle: pixabay.com © khfalk

Heute beherbergt das Hippodrom ein Casino, das seinesgleichen sucht. Regelmäßig veranstaltet das Hippodrome Pokerevents und lädt dabei die Stars der Szene ein. Die UK & Ireland Poker Tour, eines der größten und besten Live-Pokerturniere Englands, macht auch im Hippodrome Casino Halt. Darüber hinaus können sich Besucher rund um die Uhr an den Spieltischen vergnügen oder ihr Glück am Automaten versuchen. Über 100 Slots und elektronische Glücksspielautomaten bilden das Zentrum des Casinos. Wer auf den Geschmack gekommen ist und seinem Glück auch außerhalb des Hippodrome Casinos eine Chance geben will, kann hier an Spielautomaten online spielen. Der Unterhaltungsfaktor dabei ist hoch und die angebotenen Slots so vielfältig wie im Londoner Hippodrome. 

Freunde der guten Unterhaltung finden also auch heute noch Entertainment vom Feinsten im Hippodrome Casino vor. Die Art der Unterhaltung hat sich gewandelt, doch der Besuch des restaurierten Gebäudes lohnt sich für jeden – selbst für Touristen, die nicht spielen, sondern sich das geschichtsträchtige Haus ansehen oder eine der Shows im Hippodrome Theater besuchen wollen.

Ein Tipp zum Schluss

Es ist einfach, sich in London einer typischen Stadtrundfahrt anzuschließen. Doch diese führt Touristen mit Sicherheit nur zu den berühmtesten Gebäuden der Stadt. Besucher, die London von einer anderen Seite kennen lernen wollen, sollten Augen und Ohren offenhalten. In London gibt es so viele unterschiedliche Anbieter von alternativen Toren, dass für fast jeden Geschmack etwas dabei sein sollte.

Wie wäre es einmal mit einer speziellen East-London-Bike-Tour zu den besten Graffiti Spots der Gegend? Auch eine geführte Tour, die zu Fuß zu allen modisch interessanten, geschichtsträchtigen Orten führt garantiert neue Entdeckungen. Die Stadt ist einem stetigen Wandel unterworfen und es lohnt sich, vor der Abreise zu prüfen, was aktuell in der Stadt los ist. Ausstellungen, Shows, sportliche Events oder andere kulturelle Highlights zu besuchen ist eine echte Bereicherung eines Städtetrips, der Lust auf ein baldiges Wiedersehen mit London macht.

Londonder Streetart
Quelle: pixabay.com © LoggaWiggler